„Ich danke Dir von ganzem Herzen; vor den Göttern will ich Dir lobsingen. Ich will anbeten zu Deinem heiligen Tempel, und Deinem Namen danken*“ rc. Ps. 138,1-3.
Davids Seele wurde durch andere Götter bekümmert, wie wir durch Evangelien, die doch keine sind. Nichts ist der Seele eines Kindes Gottes schmerzlicher, als von falschen Nachbildungen umgeben zu sein, dieselben anpreisen zu hören und die Wahrheit verächtlich behandelt zu sehen.
Wie wird David in dieser Bekümmernis handeln? Denn so sollten auch wir tun. Unser Text belehrt uns darüber.
„Ich danke Dir von“ rc. V. 1.
„Ich will anbeten zu Deinem heiligen Tempel.“
„Danken um Deine Güte und Treue.“
„Du hast Deinen Namen über alles herrlich“ rc.
Obgleich Schöpfung und Vorsehung den Namen Gottes verkündigen, so hat Er doch diesen seinen Namen über alle jene Offenbarungen hinaus herrlich geoffenbart. Das Wort des Evangeliums ist:
Da ich Dich anrief, erhörtest Du mich“ rc.
Er hatte seine aus dem Wort bezogene Erkenntnis von Gott verwertet.
Unser Herr ist erhaben über alle Götter.
Unsere Freude an Ihm übertrifft alle anderen Freuden.
Darum wollen wir unsere Lust an Ihm haben und Ihn über alles erhöhen.
Dem Herrn vor den Göttern lobsingen, war gut für Davids eigne Seele. Es ist gefährlich, im geheimen Treue gegen Gott zu versuchen; das kommt der Feigheit sehr nahe. Ein bekehrter Soldat versuchte es zuerst, im Bett oder in einem verborgenen Winkel zu beten, allein er fand, dass das nicht ging. Er musste im Kasernenzimmer in Gegenwart der anderen Soldaten niederknieen und sich ihre Spöttereien gefallen lassen; so lange das nicht geschehen war, fühlte er keine Festigkeit und keinen Frieden. Es ist zu unserer geistlichen Gesundheit notwendig, dass wir offen den Herrn bekennen und auf seine Seite treten.
Die Wirkung, etwas von ganzem Herzen zu tun, ist sehr offenbar. Selbst Leute, die mit vielen Vorurteilen zum Gottesdienst kommen, lassen viel davon fallen, wenn sie die Begeisterung der wahren Anbeter gewahren. „Es war seltsam“, sagte jemand, der einer Erweckungsversammlung beigewohnt hatte, und ich hätte laut auflachen mögen, wenn ich nicht gesehen hätte, wie einem alten Matrosen die Tränen von den Wangen liefen, als er so kräftig das Lied mit sang.“
Beachte sorgfältig die kleinen Punkte in einem göttlichen Befehl: „anbeten zu Deinem heiligen Tempel.“ Nichts ist unbedeutend, wo es Gottes Willen betrifft. Ich kannte einen Jüngling, welcher getauft zu werden wünschte, aber seine Freunde hielten ihn zurück. Als er krank wurde, grämte er sich sehr darüber, dass er seinen Herrn nicht der Schrift gemäß bekannt hatte. „Aber Isaak,“ sagte seine Mutter, „du weißt doch, dass die Taufe dich nicht selig macht.“ „Nein, Mutter, natürlich nicht, denn ich bin ja gerettet. Aber wenn ich Jesum im Himmel sehe, möchte ich nicht, dass Er zu mir sage: „Isaak, es war eine so kleine Sache, die ich von dir verlangte, hast du mich nicht lieb genug gehabt, um sie zu tun?“ Es ist die Unwesentlichkeit der Vorschrift, welche sie zu einem so wichtigen Prüfstein des Gehorsams macht.
Wir wünschen die Heilige Schrift nicht unter die Wissenschaft zu stellen, im Gegenteil, wir fordern für sie den ersten Platz. Der Wissenschaft verdanken wir es, dass der Name und der Charakter des Herrn dunkel gelesen werden kann; aber Er hat seinen Namen über alles herrlich gemacht durch sein Wort, denn darin ist die Offenbarung völliger und deutlicher. Beobachtungen, die beim Sonnenlicht angestellt werden, können nicht durch Mondlicht berichtigt werden; das Gegenteil ist der korrekte Prozess. Ihr sagt mir, was ihr den Werken meines Vaters entnehmt, aber ich habe seinen Sinn in seinen eigenen Worten, die von seiner Feder niedergeschrieben sind, und ich ziehe meine Information der eurigen vor.